Bachpflege

Rückschnittarbeiten im Regenrückhaltebecken „Auf der Pehle“.

Brühl, 24. 10. 2019

 

Der Palmersdorfer Bachverband informiert:

 

Rückschnittarbeiten im Regenrückhaltebecken „Auf der Pehle“.

 

Im Rückhaltebecken „Auf der Pehle“ haben sich im Laufe der Jahrzehnte die Weiden sehr stark ausgebreitet. Eine Reduzierung des Weidenbestandes ist zwingend erforderlich um die Funktionsfähigkeit des Rückhaltebeckens nachhaltig sicherzustellen  und die standortgerechte Bepflanzung des Biotops zu erhalten. Zudem hat der  enorme Pollenflug im Frühjahr zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Anwohner geführt. Im Rahmen von Pflegearbeiten des Rückhaltebeckens wird nun in einem ersten Abschnitt ein Großteil der Weiden entnommen. 2020 sollen dann weitere Weiden entnommen werden um die Funktionsfähigkeit des Rückhaltebeckens weiter hin zu Gewährleisten.

Die Untere Wasserbehörde des Rhein-Erft-Kreises hat diese Maßnahme des Palmersdorfer Bachverbandes im Rahmen des Gewässerunterhaltungsplan 2019/2020 genehmigt.

 

Vernetzt: die Brühler Seen und Bäche

Die Gewässerpflege ist eine der am wenigsten bekannten und dennoch wichtigsten Aufgaben des kommunalen Landschaftsschutzes. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts haben Städte und Gemeinden mit der Unterhaltung und Pflege ihrer Gewässer begonnen. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich immer mehr Gemeinden zu "Gewässerunterhaltungs- oder Bachverbänden" zusammengeschlossen, um diese Aufgabe gemeinsam wahrzunehmen.

Diese Entwicklung ist nur logisch, da die fließenden Gewässer meist mehrere Gemeinden passieren und voneinander abzweigen bzw. in ein stehendes Gewässer münden. Es nützt daher nichts am Oberlauf für gute Bedingungen zu sorgen, während der Unterlauf verwahrlost.

Die Brühler Gewässer im Überblick

Die Karte zeigt alle Seen und Bäche im Stadtgebiet Brühl (Palmersdorfer Bachverband), sowie deren Verbindungen untereinander. Teils sind diese Verbindungen im Zuge städtebaulicher Maßnahmen verrohrt worden, so dass Teile der Bäche heute unterirdisch fließen. In Brühl gab es zahlreiche Mühlen (Obermühle, Untermühle usw.), die mit dem Wasser der Bäche angetrieben wurden. Viele Straßennamen weisen daher noch auf die ehemaligen Bachläufe hin (Mühlenbach, Wehrbachsweg, Am Rheindorfer Bach, Am Hennebach usw.). In Richtung Wesseling besteht eine Verbindung zum Rhein, in Richtung Erftstadt und Hürth bestehen Verbindungen zu den Seen im ehemaligen Braunkohleabbaugebiet.

Die Abhängigkeit aller Gewässer voneinander ist gut erkennbar. Verschmutzungen an nur einem Teil haben direkten Einfluss auf die gesamte Wasserqualität sowie das Mikroklima.

Brühler Gewässerkarte

Der Palmersdorfer Bachverband

Dem Palmersdorfer Bachverband gehören die Städte Brühl, Wesseling, Hürth, Erftstadt sowie das Land NRW (Schloss- und Forstverwaltung) an. Auch der Palmersdorfer Bachverband wurde 1932 als Gewässerunterhaltungsverband gegründet. Er unterhält den Palmersdorfer Bach und dessen Zuläufe Mühlenbach (mit Siegesbach), Donnerbach und Pingsdorfer Bach (mit Wehrbach). Das Einzugsgebiet ist rund 29 km² groß und ist geprägt vom früheren Braunkohleabbau, bei dem auch Wasserscheiden verändert wurden. Zum jetzigen Einzugsgebiet gehören unter anderem auch der Bleibtreusee und der Heider Bergsee.

Im Schlosspark vereinigen sich die vorgenannten Oberläufe, der Ablauf des Großen Inselweihers ist der Beginn des Palmersdorfer Baches, der in West-Ost-Richtung von Brühl auf den Rhein in Wesseling zuführt, wobei der Bach 2,8 km offen, teils naturnah fließt, dann aber ab hinter Wesseling-Berzdorf seine letzten 2,4 km verrohrt durch Wesseling verläuft.